Brigitte Bardot ist tot. Frankreichs Filmikone ist mit 91 Jahren gestorben. Die frühere Schauspielerin und Tierschützerin war zuletzt mehrfach im Krankenhaus behandelt worden.
Ende November war sie nach dreiwöchiger stationärer Behandlung und – wie es hieß – “einem chirurgischen Eingriff im Rahmen einer schweren Krankheit” erneut in eine Privatklinik in Toulon gebracht worden. Zuvor war sie kurz zuhause in Saint-Tropez gewesen.
Dort hatte sie sich zuletzt ereifert: “Ich weiß nicht, welcher Idiot die Ente über meinen Tod verbreitet hat, aber seien Sie versichert, dass es mir gut geht.” Die “kleine Intervention”, der sie sich hätte unterziehen müssen, sei “außerordentlich gut” verlaufen.
Dennoch hatte die Fondation Brigitte Bardot unterdessen begonnen, die vielen von ihr beschützten Tiere von Saint-Tropez in die “Arche BB” im burgundischen Bazoches umzusiedeln.
Im Mai dieses Jahres hatte B.B. zum ersten Mal nach elf Jahren wieder ein TV-Interview gegeben. Darin sprach sie über ihren »letzten Kampf«, wie sie selbst sagte. Dieser gelte dem Verbot der Hetzjagd, bei der Reiter Wildtiere mit Hunden jagen.
Zugleich hatte sie sich in bemerkenswerten Worten über Gérard Depardieu und einen weiteren Schauspieler geäußert. Gegen beide hatten mehrere Frauen wegen sexueller Übergriffe Anzeige erstattet. Der Fünfzigerjahre-Star ereiferte sich: “Diejenigen, die Talent haben und einem Mädchen an den Hintern fassen, werden in den hintersten Winkel eines Burgverlieses geworfen.” Man solle diese Männer weiterleben lassen. “Ich mag Männer”, bekannte das ehemalige Sexsymbol. Feminismus sei nicht ihr Ding.
Die Opfer der sexuellen Gewalt interessieren sie offenbar eher nicht. In dem TV-Interview verlor sie kein Wort über die Frauen. Depardieu war im Mai wegen sexueller Übergriffe zu anderthalb Jahren Haft zur Bewährung verurteilt worden. In einem weiteren Prozess droht ihm zudem eine Strafe wegen mutmaßlicher Vergewaltiugung.
R. Liffers
